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Glossar

  • Bauernvogt
    Amtsträger in der bäuerlichen Selbstverwaltung.
    Der Bauernvogt war der höchste Dorfbeamte. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem die Veröffentlichung von Verfügungen, kassieren von diversen Abgaben und das Einberufen von Versammlungen. Sie waren Rechnungsführer im Dorf und übten gleichzeitig polizeiliche Gewalt aus. Mit Einführung der preußischen Verwaltung 1867 endete das Amt.
  • Blattung (anblatten, geblattet)
    Holzverbindung, Blattverbindungen werden verwendet, wo Hölzer in einer Ebene zu kreuzen sind. Die Hölzer werden soweit ausgestemmt, dass die Oberkante bündig in einer Ebene liegt. Holznägel verbinden beide Teile miteinander.
  • Dendrochronologie
    Verfahren zur Datierung von Holz.
    Bei einer dendrochonologischen Untersuchung kann durch Messung der Jahresringe das Fälldatum des Holzes und damit das Alter bestimmt werden.
  • Diele (Tenne, Loh)
    Großer zentraler Raum im Hallenhaus, meist mit Erntewagen befahrbar, auf dem Arbeiten wie das Dreschen von Korn durchgeführt wurden, die man aber auch beispielsweise für Feste nutzte.
  • Dielentor
    Einfahrtstor (auch: Lohtor, Lohdör, Grotdör).
  • Drempel (Kniestock)
    Die an der Traufseite eines Hauses über die Decke hinaus gemauerte Außenwand, auf der die Dachkonstruktion aufliegt. Der Kniestock erhöht den Dachraum.
  • Fach
    Der Abstand zwischen den Deckenbalken, betrug in Stapelholmer Hallenhäusern 2,00 – 2,20 m.
  • Fachhallenhaus
  • Frontispiz (früher dt. auch Frontspieß)
  • Kammerfach
    Wohnräume in einem Fachhallenhaus (siehe Fach).
  • Kate
  • Kniestock (Drempel)
    Die an der Traufseite eines Hauses über die Decke hinaus gemauerte Außenwand, auf der die Dachkonstruktion aufliegt. Der Kniestock erhöht den Dachraum.
  • Kopfband
    Teil der hölzernen Innenkonstruktion eines Fachhallenhauses.
    Diagonale Versteifungen zwischen den Ständern und den Deckenbalken.
  • Landvogt
    Vertreter des Landesherrn, beaufsichtigte die Bauernschaften und sorgte für die Einhaltung der Gesetze.
  • Lohtor
    Einfahrtstor (auch: Lohdör, Grotdör)
  • Maueranker
    Eiserne Verbindung zwischen Holz und Mauerwerk, deren äußerer Teil als gerades Eisen, als Ornament oder als Ziffer ausgeschmiedet wurde.
  • Pesel
    Ehemals unbeheizter größerer Raum (kalte Pracht), in der die Truhen mit dem Leinen standen, in der Taufe und Hochzeit gefeiert und Tote aufgebahrt wurden.
  • Querdielenhaus
  • Rähm
    Teil der hölzernen Innenkonstruktion eines Fachhallenhauses.
    Ein waagerechter Balken, der auf den Ständern liegt und die Gebinde des Hauses miteinander verbindet.
  • Reet
  • Ständer (Ständerbau)
    Teil der hölzernen Innenkonstruktion eines Fachhallenhauses.
    Auf einer Steinplatte oder Schwelle aufgesetzte, senkrechte Stützen im Erdgeschoss, auf denen die Balken und die Dachkonstruktion ruhen.
  • Staven
    Form eines ländlichen Besitzes.
    Ein Staven bestand aus einem Stavenhaus, den Stavenländereien und der Stavengerechtigkeit, die die Rechte am dörflichen Gemeinwesen regelte wie z.B. Wahlen.
    Ein Staven durfte nicht geteilt und konnte nur im Ganzen verkauft oder vererbt werden.
  • Tenne
    Eine Fläche, auf der das Getreide gedroschen wurde.
  • Traufseite
    Traufe: Dachkante, über die das Regenwasser abtropft.
  • Walmdach
    Nach allen Seiten geneigtes Dach mit gleicher Traufhöhe. Ist die Dachfläche an den Giebelseiten kürzer, so spricht man von einem Krüppelwalm.
  • Zapfen (gezapft, verzapfen)
    Bei dieser Holzverbindung wird das Ende des Bauholzes beidseitig eingeschnitten und entfernt, so dass nur noch der Kern als Zunge verbleibt. Dieser wird Zapfenstock genannt und in ein passend ausgestemmtes Loch im zweiten Bauholzes geschoben und durch Holznägel verankert.
Ständerwerk eines Haubargs. Foto: David Resch 2021